Die Selektion der Zuchttiere



Bei der Selektion bzw. der Auswahl der Zuchttiere kommt es auf die verschiedenstenMerkmale der Fische an, sowie das zu erreichende Ziel des jeweiligen Züchters. Daher muss jeder Züchter wie auch schon bei der Zucht beschrieben, die für ihn am wichtigsten wirkenden Kriterien bei der Selektion beachten.

Diese sind:

Charakter - Farbe - Form

Das Problem liegt oftmals in der großen Anzahl der Jungtiere. Welche Tiere zur weiteren Zucht verwenden und welche nicht.

Charakter

Es werden bei jedem Wurf immer schnell einige Jungfische dominieren. Diese sollten als erstes entfernt und einzeln gesetzt werden. Das bewirkt, dass nun die Nachzügler von dominierten zu dominanten werden. Man kann es auch bewusst herbeirufen, indem man die Gruppe auf verschiedene Becken aufteilt, dann wird sich in jedem Becken eine Rangordnung bilden.

Die dominanten Tiere werden sich nach meiner Erfahrung in jedem Fall besser entwickeln. Wieviel von den dominanten Tiere in die engere Auswahl kommen, muss schließlich jeder für sich selbst entscheiden. Dies nimmt natürlich auch einiges an Arbeit und Zeit in Anspruch. Wieso aber die dominanten Tiere auswählen: Dominante Tiere sind widerstandsfähig und lebhaft, was sie zu Gründern neuer Zuchtlinien prädestiniert. Ein Nachteil ist bei einem dominanteren Bock, dass in den meisten Fällen dieses Männchen bei der Paarung etwas ruppiger ist.
Zusätzlich wäre noch zu erwähnen:
Betta mit kräftigeren Farben (Blau, Rot) sind generell temperamentvoller als Betta mit hellen Farben (Cello, Gelb).

Farbe

Im Jungfischstadium kann man nur hell und dunkel gefärbte Tiere erkennen. Nach ca. zwei Monaten kann man dann schon die endgültige Färbung erkennen. Manche Farben entwickeln sich auch nicht gleichzeitig, sondern erscheinen nacheinander, oder sie verändern sich mit der Zeit zB: Marble. In dieser Hinsicht wäre es das beste, wenn man alle Tiere die unserem Zuchtziel entsprechen, pflegen könnte bis sie ausgewachsen sind.
Der heutige Standard nach dem unsere/meine Fische gezüchtet werden ist der IBC-Standard, der sollte das eigentliche Zuchtziel sein.

Die Betta sind eingeteilt in:

a.) Betta mit dunklem Körper
Diese Fische haben eine dunkle Pigmentschicht auf dem Kopf und auf dem Körper.

b.) Betta mit hellem Körper
Diese Fische sind eigentlich eine Mutation der Fische mit dunklem Körper.
Diese Mutation soll erstmals in Kambodscha aufgetaucht sein, daher auch der Begriff (Cambodian) eine der diversen Farbbezeichnungen.
Grundsätzlich sieht eine Farbe auf einem hellen Fisch ganz anders aus als auf einem dunklen Fisch.

Alle Betta sind weiter unterteilt in:

a.) Fische mit und ohne irisierende Farbe
Es gibt drei irisierende (schimmernde oder glänzende) Farben:
zu diesen Zählen, Blau - Grün - Stahlblau
Alle Betta haben ein wenig von diesen drei Glanzfarben. Das Ziel, wenn man diese Farben züchtet sollte sein, diese Glanzfarben nicht auf den ersten Blick zu erkennen.

b.) Fische mit und ohne Deckfarbe
Ein Fisch mit so einer Deckfarbe sieht aus, als sei er leicht mit Puder bedeckt.
Diese kreideartige Schicht bedeckt die irisierenden Farben des Fisches. Sie sind daher leicht von den Betta ohne Deckfarbe zu unterscheiden zB.: Opague.

Alle Fische sind ihren Farben entsprechend unterteilt in:

1.) Einfarbig (Singlecolor)
Wie der Name schon sagt, haben diese Fische auf Flossen und Körper nur eine Farbe. Die einfachen im Standard anerkannten Farben sind:
Rot - Schwarz - Blau - Stahlblau - Türkis - Grün - Gelb und Hell

2.) Zweifarbig
Wie schon gesagt, zweifarbig bedeutet zwei Farben, eine auf den Flossen und eine auf dem Körper. Hier wird noch unterteilt in Betta mit hellem und dunklem Körper.

3.) Mehrfarbig
Mehrfarbige Fische haben eine Zeichnung oder ein Muster und mindestens zwei Farben oder mehr. Hier wiederum gibt es drei Varianten:

a.) Schmetterlinge (Butterfly)
Es gibt diese Betta mit zwei und drei Streifen in den Flossen. Beim herkömmlichen Schmetterling sind die Flossen in zwei Hälften von unterschiedlicher Farbe unterteilt. Die Idealvorstellung ist, wenn beide Hälften gleich groß sind und den Körper in Form eines Kranzes umschließen.
Die Benennung eines Butterfly-Betta geht immer vom Körper aus. Ein Schmetterling rot/rot/weiß, ist also ein Fisch mit rotem Körper, der erste Streifen auf den Flossen ist ebenfalls rot, während der zweite Streifen weiß ist.

b.) Marmoriert (Marble)
So nennt man Fische mit verschiedenfarbigen Flecken auf Körper und Flossen. Dieses Marmormuster muss mindestens 50% des Fisches bedecken.

c.) Mehrfarbig (Bicolor/Multicolor)
Diese Fische haben zwei oder mehr Farben und man bezeichnet sie als mehrfarbig, wenn sie nicht in die Kategorien a) oder b) einzuordnen sind.
Dies ist also der berühmte "Sammeltopf" in dem alles passt was sonst nicht einzuordnen ist.

Form

Normalerweise spricht uns bei den Jungfische als erstes die Farbe an. Aber bald suchen wir dann nach dem Betta mit der besten Form. Doch auch hier sollte man nichts überstürzen. Solange das Wachstum nicht beendet ist, kann sich noch vieles ändern.
Die Auslese im Jungfischstadium:
Was ist also zu tun? Jetzt können wir uns der eigentlichen Auslese zu wenden.
Ich persönlich behalte erst mal grundsätzlich alle Fische die mir ohne Analyse auf Anhieb gefallen. Dies ist eine reine Bauchentscheidung. Meistens bleiben diese Fische aber auch meine Lieblingsfische desweiteren nehme ich jetzt schon den Standart zur Vorlage.
Die Auswahl nach den Charaktereigenschaften ist nicht schwer. Ich bevorzuge lebhafte und aggresive Fische.
Bei der Auswahl nach der Farbe richten sich viele Züchter nach den Regeln der Genetik, denn diese waren schon immer bei der Zusammenstellung eines Zuchtpaares massgebend.
Ich richte mich aber nicht immer nur streng nach diesen Regeln, dies ist aber eben Erfahrungssache.


Fortsetzung folgt...