Hier stelle ich Euch einige meiner anderen Labyrinthfische vor.



Prachtguramis (Parosphromenus spec.) gelten als wunderbare, aber auch schwierige Fische. Dies trifft insofern zu, als sie ein sehenswertes Balz- und Brutverhalten an den Tag legen, wobei die Männchen äußerst farbenprächtig sein können, aber sie wünschen auch ein spezielles Wasser, fressen nur Lebendfutter und würden in Gesellschaftsaquarien nur dahinkümmern. Zu Bedingungen, unter denen Colisa labiosa, Pseudosphromenus dayi oder Macropodus opercularis sich sogar fortpflanzen können, kann man sie auf längere Sicht nicht einmal halten, geschweige denn nachzüchten. Das ist bereits von denen, die uns die Kenntnis dieser Gattung erschlossen haben - allen voran Walter Foersch (Foersch1974), dann aber auch von Vierke, Nagy, Brown, Linke, Neugebauer, Perrin und anderen - immer wieder betont worden. Zwei zusammenfassende Artikel über die Prachtguramis von den beiden Spezialisten Jakob Geck und Günter Kopic, beide 2003 in Der Makropode erschienen, die die damals bekannten Formen und ihre Haltungs- und Zuchtmöglichkeiten aufzählen, bestätigen dies (Geck2003, Kopic2003).
Nichts desto trotz, wer sich für diese etwas speziellen Aquarienbewohner entscheidet, wird seine freude daran haben.

Parosphromenus spec. aff. bintan


Parosphromenus nagyi


Die wirklich prachtvollen kleinen Fische dieser Gattung gehören zu den in ihrer Existenz am meisten bedrohten Labyrinthfischen. Sie leben nämlich hauptsächlich in Urwaldbächen Südostasiens (vor allem Malaysia, Indonesien, Borneo), die sehr saures, fast mineralstofffreies, durch Huminstoffe tief gefärbtes Wasser führen. Und die fast nicht zu stoppende Urwaldvernichtung in diesen Ländern, deren Hintergrund die dort herrschende Armut, aber auch Rücksichtslosigkeit und Unkenntnis sind, zerstört mit den Wäldern diese Biotope in rasender Eile.


Eine weitere kleine Schönheit im Aquarium ist der Schokoladengurami
(Sphaerichthys osphromenoides
).

Taxonomisch gehört der Schokoladengurami zur Familie der Osphronemidae (Guramis).
Er kommt aus Südostasien speziell Malakka, Halbinsel Malaysia, Sumatra und Borneo .

Er wird bis 5 cm groß und lässt sich in Aquarien halten, die mindestens 80cm lang sein sollten.
Die Temperatur sollte zwischen 25° C und 30° C liegen. Der pH-Bereich, bei dem der Schokoladengurami gehalten werden kann, liegt zwischen 5,6 und 6,6.
Die Karbonathärte sollte einen Wert von 0° dH bis 2° dH aufweisen und die Gesamthärte einen Wert von 0° dH bis 4° dH.
Außer mit Pflanzen kann das Becken mit Wurzelholz und Steinen gestaltet werden. Die Fische halten sich vor allem im mittleren und unteren Beckenbereich auf.
Der Schokoladengurami ist friedlich jedoch ist das Revierverhalten stellenweise sehr stark ausgeprägt, sowohl beim Männchen als auch beim Weibchen.
Als Futter wird Lebendfutter, Frostfutter und Trockenfutter angenommen.
Die Nachzucht im Aquarium ist möglich aber aufgrund der schwierigen Haltung der anpruchsvollen Tiere äuserst selten, daher auch kein Anfängerfisch!!!




Eine andere besonders schöne Fischart, die auch zu den Labyrinthern zählen, sind die Schlangenkopffische. (Channidae)
Ich stelle Euch hier eine meiner Arten näher vor.

Channa orientalis


Zwei Gattungen mit mindestens 29 Arten bewohnen Süßgewässer des tropischen Afrika sowie Südasiens und Ostasiens.
Es sind schlanke, 15 Zentimeter bis 1,30 Meter lange Raubfische, auf deren Speisezettel Wasserinsekten, Mollusken sowie Fische stehen. In Asien und Afrika werden Schlangenkopffische wegen ihrer grösse, als Speisefische in Aquakulturen gezüchtet.
Grundsätzlich sind Schlangenkopffische monogam lebend. Beginnend mit der sexuellen Reife bilden sich Paare, die zeitlebens zwecks gemeinsamer arbeitsteiliger Brutpflege zusammen bleiben.
Bei Schlangenkopffischen gibt es freilaichende und maulbrütende Arten.
Besonders die kleineren Schlangenkopffische, auch Zwergschlangenköpfe genannt, sind fast ausnahmslos Maulbrüter. Dagegen ist keine Art von mehr als 40 cm bekannt, die nicht freilaichend wäre.
Channa orientalis gehört zu den kleinsten Schlangenkopffischen. Er ähnelt im Aussehen sehr der zeitweilig als identisch angesehenen Art Channa gachua, ist aber etwas farbiger, zierlicher und noch friedlicher. Auffallendster Unterschied ist das Fehlen der Bauchflossen bei Ch. orientalis.
Der Körper ist einheitlich grau oder blaugrau gefärbt, die unteren Körperpartien sind heller. Nur seiten, bei gestressten Tieren, sieht man ein Querbändermuster in der oberen Körperhälfte. Die an der Basis leuchtendblauen Rücken- und Afterflossen sind mit einem gelben oder orangefarbenen Saum versehen. Die Brustflossenbasis ist blau. Die Brustflossen haben eine orangefarbene Querbänderung.
Channa orientalis ist in meist ziemlich stark strömenden Regenwaldbächen in Sri Lanka (Ceylon) beheimatet, stellenweise findet man ihn auch zusammen mit Ch. gachua.
Kleine Schlangenkopffische sind wegen ihres interessanten Sozialverhaltens und der Brutpflege besonders empfehlenswerte Aquarienbewohner!
Die Fische benötigen ein mit Wurzeln und Steinen gut ausgestattetes Aquarium. Sie nehmen gern grösseres Tümpelfutter und Regenwürmer, aber auch fleischliche Ersatznahrung (Rinderherz, Thunfischfleisch, gekochter Schinken).
Channa orientalis ist leichter als die meisten anderen Schlangenkopffische zu züchten. Das hängt sicher mit der relativen Kleinheit der Art zusammen und mit den daraus resultierenden geringeren Platzansprüchen.
Zur Zucht empfiehlt sich paarweiser Ansatz, gutes Anfüttern mit Weißen Mückenlarven und weiches, strömendes Wasser. Das Becken sollte so eingerichtet sein, daß das Weibchen gute Chancen hat, sich zu verstecken. Hier sind Zufluchtorte auch direkt in der Nähe der Wasseroberfläche wichtig. Wurzeln und einige Steine sollten also bis fast unter die Wasseroberfläche reichen.
Die Zuchtchancen steigen mit der Grösse des Aquariums. Kleine Ceylon-Schlangenköpfe sind Maulbrüter im männlichen Geschlecht. Die Männchen werden grösser und zeigen meist mehr Farben. Allerdings ist es oft sehr schwer, die Geschlechter außerhalb der Fortpflanzungsaktivitäten zu erkennen.
Brauchbarstes Kriterium ist in den meisten Fällen wohl der fülligere Leib laichreifer Weibchen. Nach den sich oft über viele Tage hinziehenden Scheinpaarungen erfolgt die eigentliche Eiabgabe. Die zahlreichen durchsichtigen Eier haben einen Durchmesser von 1,1 mm und enthalten eine große, klare Ölblase.
Sie schweben langsam nach oben und werden hier vom Männchen ins Maul genommen. Im Gegensatz zu Channa gachua, der seine Brut nur etwa 4 Tage im Maul beläßt, pflegt sie der Ch.orientalis-Vater etwa 9 bis 10 Tage. In dieser Zeit sollte man nicht füttern, da er sonst beim Versuch, Nahrung aufzunehmen, die Eier verliert.
Trotz großer Eizahlen wurden bisher im Aquarium kaum mehr als 40 Jungfische pro Brut aufgezogen.
Die Brut wird von beiden Eltern gleichermaßen toleriert. 0ft schmiegen sich die Jungen eng an die Eltern. Bei dieser Gelegenheit machte ETTRICH eine sehr interessante Beobachtung: »Nachdem mehrere Jungfische wieder einmal in engem Körperkontakt quasi an ihrer Mutter klebten, führte die plötzlich eine schnelle kreisende Schwimmbewegung aus und stieß dabei eine Wolke von Laichkörnern aus. Diese Eier waren im Gegensatz zu jenen, die beim Fortpflanzungsakt ausgestoßen werden, schwerer als Wasser. Sie sanken rasch zu Boden, während sich die Jungfische wie wild auf sie stürzten.«
Bilder meiner Channa Orientalis "Kottawa Forest" WF NZ F1

 
 

Channa pulchra

Anfang Januar 2008 neu beschriebene Channa Art aus den Berggebieten von Rakhine, einem westlichen Bundesstaat von Burma.
Es stehen zur Zeit noch keine genauen Haltungsbedingungen dieser Art fest, sobald etwas  näheres bekannt ist werde ich es Euch mitteilen.


F1 Jungtiere mit ca. 3 Monaten



Da meine Tiere noch recht jung sind, habe ich ein Bild eines fast erwachsenen Fisches eingestellt.
So werden sie mal aussehen...


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