Ein recht schwieriges Thema, ist die Genetik bei Fischen.



Wer sich nicht genauer mit der Thematik beschäftigen will, sollte andere Seiten bevorzugen.

Bevor die Genetik etwas genauer beschrieben wird, vorab mal ein kurzer Blick in die biologischen Grundlagen.

Die Zelle:
Der lebende Grundbaustein aller Pflanzen und Tiere ist die Zelle.

Die Chromosomen:
Durch Färbung kann man die Chromosomen sichtbar machen. Aussehen und Anzahl sind für jede Tierart charakteristisch. Einzelne Abschnitte der Chrom. lenken Produktionsprozesse für Bau- oder Steuersubstanzen. Diese Abschnitte nennt man Gene. Ein Gen beeinflusst eine oder mehrere Eigenschaften eines Lebewesens.
Eine Eigenschaft wird wiederum oft von mehreren Genen gesteuert.

Aufbau der Chromosomen:
Chrom. bestehen aus dem chemischen Stoff Desoxyribonukleinsäure (DNS oder engl. DNA). Der gut erforschte chemische Aufbau der Chrom. gleicht einer Strickleiter. Diese Strickleiter wird durch vier verschiedene Bausteine gebildet, von denen je zwei zusammenpassen.

Befruchtung:
Samenzelle und unbefruchtetes Ei liefern je einen Chromosomensatz. Der blaue stammt vom Vater, der rote von der Mutter. Zur Vereinfachung werden nur drei Chromosomenpaare dargestellt.

Allele:
Ein bestimmter Abschnitt eines Chrom. wird als Genort oder Locus bezeichnet. Das Gen auf einem Locus steuert immer denselben Stoffwechselprozess und beeinflusst damit stets dieselbe Eigenschaft des Lebewesens. Unterschiedliche Gene, die am gleichen Ort vorkommen nennt man Allele.

Zellteilung:
Nach der Befruchtung wechseln Phasen des Zellwachstum und der Zellteilung ab. So entwickelt sich aus dem Ei ein vollständiges Lebewesen. Diese Prozesse werden durch das Erbgut gesteuert. Jede Zelle muss über die nötigen Erbinformationen verfügen. Dank ihrer speziellen Struktur lassen sich die Chrom. vor der Zellteilung exakt kopieren. Nach der Zellteilung haben die neu gebildeten Zellen dasselbe komplette Erbgut. In spezialisierten Zellen sind die nicht benötigten Zellen ausgeschaltet.

Erblichkeit und Korrelation:
Erbliche und nicht erbliche Einflüsse bestimmen gemeinsam die Eigenschaften. In der Zucht braucht man ein Mass für den Einfluss des Erbgutes. Dieses Mass nennt man Erblichkeit oder Heriatabilität.
Wird ein bestimmtes Merkmal verbessert, so verändert sich dabei oft auch ein anderes Merkmal. Das geschieht deshalb weil ein Gen gleichzeitig mehrere Merkmale beeinflussen kann. Solche Merkmale sind „genetisch korreliert“.

Mutationen:
Radioaktive Strahlung, hohe Temperaturen, chem. Substanzen oder Vieren können das Erbgut verändern. Die Veränderung des Erbgutes nennt man Mutation. Sie können in der Natur spontan auftreten. Vom mutierten Gen wird eine abgewandelte Bau- oder Steuersubstanz abgelesen, diese unterschiedliche Auswirkungen haben kann. Zerstörung eines Gens einer Bau- oder Steuersubstanz kann nicht mehr abgelesen werden. Durch solche Mutationen entstehen Erbfehlerallele. Nur Mutationen die durch Ei oder Samenzelle an Nachkommen weitergegeben werden, haben Auswirkungen auf folgende Generationen.

Erbfehler:
Fehlerhafte Erbinformation kann das Erscheinungsbild eines Organismus verändern.

Regeln der Vererbung:
MERKMAL. Ein Merkmal ist eine Eigenschaft des Tieres wie z.B.: Aggressivität, Flossenform, usw.
ERBGUT oder GENOTYP. Der Genotyp umfasst alle Gene, die ein oder mehrere Merkmale eines Tieres steuern.
ERSCHEINUNGSBILD oder PHÄNOTYP. Der Phänotyp ist die Gesamtheit von allen was wir am Tier sehen, messen, beurteilen können.
HOMOZYGOT und HETEROZYGOT
. In diploiden Zellen können an jedem Genort entweder zwei gleiche oder zwei verschiedene Allele vorkommen. Sind auf beiden Chrom. Gleiche Allele, so ist das Tier bezüglich diesem Genort gleicherbig oder Homozygot. Treten zwei verschiedene Allele auf, so ist es an diesem Genort ungleicherbig oder Heterozygot.

Wem dieser Einblick in die Grundlagen noch zu kurz war, kann sich HIER noch ein wenig mehr austoben.

Dominant/rezessiv:

Gleicherbige Genorte bewirken ein den Allelen entsprechendes Erscheinungsbild. Beim Dominant/rezessiven Erbgang kommt beim ungleicherbigen Tier einzig das dominante Allel zum Ausdruck. Das rezessive Allel wird vom dominanten unterdrückt oder überdeckt.

HM „geno“, ein Gen oder nicht?

Die Bezeichnung "geno" wird in der Gentik verwendet, um in monogenetischen Ergängen im heterozygoten Fall das rezessive, phänotypisch nicht ausgeprägte Gen zu bezeichnen.
Von Halbmond geno kann man nicht sprechen, da es eben kein eigenes Gen für Halbmonde gibt.
Im Bezug auf den HM wird etwas falsches mit "HM-Geno" Impliziert, das garantierte Auftreten von HM in der Filialgeneration.
Per definitionen ist ein HM doch mehr als nur eine auf 180 Grad kommende Caudale.
Denn gäbe es HM-Gene, warum gelingt es nicht die Anzahl der echten HMs durch Selektion entsprechend zu steigern?
Angenommen, HM wäre an eine Reihe rezessiver Merkmale gebunden, warum ergibt die Verpaarung von HM x HM dann nicht 100% HM, so wie es bei anderen rezessiven Merkmalen der Fall ist?
Im HM Phänotyp muss es doch zu einer Ausprägung von reinerbigen HMs kommen, da alle genotypischen Merkmale in der Annahme rezessiv sind, bei HM Phänotypen also in jedem Allel vorhanden sein müssen um zur Ausprägung zu kommen.
Dennoch: wenn HM ein Genotyp wäre, dann spielen die Linien keine Rolle!
Ein Genotyp für ein Merkmal hat eine festgelegte Folge im Genom.
Paaren sich 2 Individuen dieser Art mit demselben Merkmal (reinerbige bei rezessiven), ist in der Filialgeneration auch ein reiner Nachwuchs mit eben diesem Merkmal zu erwarten - Mutationen ausgenommen.
Die Flossenspreizung auf HM wird polygenetisch bedingt, d.h. es müssen mehrere Gene beteiligt sein. Denkbar ist die Beteiligung von Genen, die z.B. das Webbing beeinflussen, die Anzahl der Verzweigungen, die Strahlenstärke der Flossen, ja sogar der Muskelansätze.
Nehmen wir an, das nur 4 Gene beteiligt sind, die es nur in je zwei Ausprägungen gibt und die nicht intermediär vererben (wie zum Beipsiel die beiden Blau Gene es tun), dann haben wir folgende Gen-Varianten:
A a, B b, C c, D d
Nehmen wir nun an, dass für einen Halbmond jetzt immer drei der rezessiven der Allele (Genpaare) homzygot vorhanden sein müssen, dann wäre ein Halbmond z.B.:
aa, bb, cc, Dd
oder
Aa, bb, cc, dd
Warum die Einschränkung?, nur drei Gene und nicht alle? Wenn alle vier rezessiven Gene homzygot vorhanden sein müßten, dann wäre der Genotyp
aa, bb, cc, dd
und man würde mit einer Verpaarung mit
aa, bb, cc, dd
auch nur
aa, bb, cc, dd , also 100% HM rausbekommen, was nicht der Fall ist.
Wahrscheinlich kommt in Betracht, das einige bestimmte Ausprägungen ausreichen, bzw. dass je mehr Ausprägungen "passen", desto besser der HM.
Also nehmen wir die Fische...
aa, bb, cc, Dd x Aa, bb, cc, dd
ergibt in unterschiedlichen Anteilen Fische mit folgendem Genotyp:
1. Aa, bb, cc, dd
2. aa, bb, cc, dd
3. Aa, bb, cc, Dd
4. aa, bb, cc, dd
Welche davon wären jetzt Halbmond geno? Schauen wir uns unser "Halbmond-kriterium" (mind. 3 rezssive Gene monozygot) an .. danach wären Fisch 1, 2 und 4 HMs. Fisch drei wäre danach ein HM geno. Die klassische Definiton von "geno" indiziert aber, dass bei der Verpaarung von zwei "geno" Tieren eine Chance von 25% für monozygot rezessive Gene vorhanden ist, 25% für monozygot dominante und 50% für heterozygote Tiere, also wieder "geno" Tiere
Nehmen wir jetzt Fisch 3 und verpaaren ihn mit seiner genetisch identischen Schwester...
Aa, bb, cc, Dd x Aa, bb, cc, Dd
Dann erhält man in gleichen Teilen:
aa, bb, cc, dd --> HM
aa, bb, cc, dD --> HM
aa, bb,cc, DD --> HM
Aa, bb, cc, Dd --> HM geno?
Aa, bb, cc, dd --> HM
Aa, bb, cc, DD --> HM geno?
AA, bb, cc, dd --> HM
AA, bb, cc, Dd --> HM geno?
AA, bb, cc, DD --> HM geno?

Die Annahme kommt also nicht hin...das Model "geno" für HM erlaubt keine korrekten Vorhersagen...
Außerdem ist nicht ganz klar, in wie fern bei HMs der Umwelteinfluß eine Rolle spielt...man kann aber von der klassischen Anlage/Umwelt-Interaktion von 50:50 bis 60:40 ausgehen...

Fazit:
Was wissen wir daraus, nicht alles in der Kampfischzucht ist vorhersehbar, oder auf einem Rechenschieber zu bestimmen, viel ist die Kombination aus Erfahrung, Instinkt und Glück.
Deswegen gilt immer noch mit Arbeit und Fleiß ist fast alles zu erreichen, bei richtiger Selektion.

Hier die verschiedenen Genkürzel der Farben und ihre sichere Auswirkung beim Betta.

      Genkürzel:           Farbe:                                                                Wirkung:

Er oder R

Erweitertes Rot

Ermöglicht, das sich das rote Pigment auf dem Körper ausbreitet

Dominant

L

Red loss

Bewirkt ein verblassen der roten Farbe

Dominant

nr

non Red

Hält die rote Pigmentproduktion auf der gelben Stufe an

rezessiv

nr2 *

non Red2

Hält die rote Pigmentproduktion auf der orangen Stufe an
*nicht überprüft

rezessiv

c

Kambodscha

Grenzt die schwarze Pigmentproduktion im Körper ein

rezessiv

b

Blond

reduziert Schwarz weiter

rezessiv

m

Melano

Zunahme schwarzer Pigmente, produktion unfruchtbarer Weibchen, durch rez. Letalfaktor

rezessiv

Bl

Grün

Kontrolliert, die iridocyte Färbung
BlBl = Grün
Blbl = Royalblau
blbl = Stahlblau

nicht vollständig Dominant

w

weißes Auge

Kontrolliert die Farbe des äußeren Rings vom Auge

rezessiv

Si

verbreitete Iridescens

Die Iridescens breitet sich auf dem Körper aus

Dominant

Op

Opaque

Verursacht einen cremig/matten Belag
auf Flossen und Körper

nicht vollständig Dominant

Mb

Marble

Variable Farbe auf Körper und Flossen

rezessiv


pb


Piebald


Bewirkt einen hellen Kopf



rezessiv

nm


non -Metallic


Fehlen des metallischen Schimmers


rezessiv


Vf


    Variegated fins


bewirkt die gebänderten oder gemusterten Flossen (Butterfly)


Dominant


Die Entstehung der Farben des Betta Splendens.

Die Farbe des Betta Splendens wird durch otpische Hautzellen, die so genannten Chromatophoren bestimmt. Die Chromatophoren teilen sich in zwei Klassen ein:
die Schematochrome und die Bichrome.
Während der Farbeffekt in den Bichromen chemisch durch die Einlagerung von Farbstoffen entsteht, ist der Effekt der an sich farblosen Schematochromen strukturell bedingt. Gewöhnlich wird hierzu ergänzt, dass der Farbeindruck bei Schematochromen auf der Reflexion von Licht unterschiedlicher Wellenlänge beruht.
Aber auch die Bichromen reflektieren das auftreffende Licht, ansonsten würde gar kein Farbeindruck entstehen. Entscheidend ist hierbei, dass aufgrund der Struktur in den Schematochromen eine mehrfache Brechung des Lichtes und eine Überlagerung von reflektierten Wellen unterschiedlicher Wellenlänge erfolgt, während die Bichromen dem Prinzip der subtraktiven Farbmischung folgen (d.h. nicht reflektierte Wellenlängen werden quasi „verschluckt“) und das Licht nicht zusätzlich gebrochen wird.

Schematochrome

Guanophoren

Die Guanophoren in Form von Iridophoren für die schillernden, gläzenden und metallischen Effekte zuständig. In Form von undurchsichtig milchigen Leucophoren dagegen sorgen sie für einen matten Opaqueeffekt. Der Farbeindruck, der durch die Guanophoren hervorgerufen wird, entsteht nicht durch in die Zellen eingelagerte Pigmente, sondern durch die Anordnung an sich farbloser Guaninkristalle, die die das einfallende Licht zum Teil reflektieren und dabei brechen. Der Effekt ist vergleichbar mit der Lichtbrechung an einer Öllache auf einer Pfütze, die in allen Regenbogenfarben schillert.
Je nach Zusammenballung der Guaninkristalle unterscheidet sich die Wellenlänge des reflektierten Lichts bzw. es werden unterschiedliche Wellenlängen zurückgeworfen, die sich überlagern. Dadurch kann ein grüner, türkiser, blauer oder wie bei den metallicfarben eher gelblicher Effekt hervorgerufen werden.

Mutationen, die die Guanophoren betreffen:

Während die Wildform grün erscheint, sorgt das mutierte Blau-gen (bl) in Kombination mit der Wildform dafür, dass der Betta Royalblau erscheint. Liegt das Bl-Gen reinerbig vor, erscheint der Fisch stahlblau.
Die Mutation Opaque beeinflußt den Aufbau der Guaninkristalle derart, dass der Fisch von einer weißen, pudrigen Schicht überzogen erscheint.
Das Metallic-Gen (eine Wildform) sorgt dafür, dass das von den Guanophoren zurückgeworfenen Licht einen deutlichen höheren Anteil aus dem gelben Spektrum erhält. Die Mutation Non-Metallic läßt diesen Anteil verschwinden.

Bichrome

Erythrophoren

Die Erythrophoren sind für die roten, orangefarbene oder gelbe Erscheinung des Bettas verantwortlich. Sie enthalten Carotinoide und Pterine als rote Farbstoffe und erscheinen in der Wildform rot. Carotinoide können nicht vom Fischkörper gebildet werden, sondern müssen mit der Nahrung aufgenommen werden. Pterine dagegen werden durch den Fisch selber generiert.

Mutationen, die die Erythrophoren betreffen:

Die Mutation „extende red“ (er, erweitertes Rot) sorgt dafür, dass die Erythrophoren gegenüber der Wildform so verändert sind, dass sich die rote Farbe über den gesamten Fischköper erstreckt.
„Redloss“ sorgt als variable Mutation dafür, dass das Rot verschwindet bzw. wieder erscheint. Der Effekt von Redloss ist also reversibel.
Zwei weitere Gene, die die Farbausprägung in den Erythrophoren beeinflussen, sind die beiden Non-Red Gene NR1 und NR2. Beide Gene beeinflussen die Synthese der in den Zellen eingelagerten Farbstoffe derart, dass der Fisch gelb (NR1) oder orangefarben (NR2) erscheint.

Melanophoren

Die Melanophoren erscheinen aufgrund der Einlagerung von Melanin in Melanosome schwarz. Melanin entsteht durch Oxidation aus aus der Aminosäure Tyrosin, wobei der Prozeß durch das Enzym Tyrosinase katalysiert wird.

Mutationen, die die Melanophoren betreffen:

Die Melanophoren der Melanos sind größer und scheinen aufgestapelt bzw. verklebt. Verantwortlich dafür ist ein zusätzliches bindendes Protein, das die Melanophoren auf ihrer Außenhülle tragen. Teilweise kann man bei einem Melano diese vergrößerten und zusammengeballten Melanophoren mit bloßem Auge als schwarze Punkte erkennen.
Während Melano die schwarze Schicht verdichtet erscheinen lässt, scheint das Blond-Gen die schwarze Farbe zu verdünnen. Die Körperfarbe blonder Bettas erscheint bräunlich.
Bei „(Black) Marble“ handelt es sich wie bei Redloss um eine variable Mutation, deren Effekt reversibel ist. Marble sorgt als sog. „Jumping Gene“ (springendes Gen) dafür, dass die Produktion von schwarzen Farbstoffen zeitlich und räumlich begrenzt an- bzw. abgeschaltet wird und ruft so wechselnden Muster hervor.
Auch die Mutation „Cambodscha“ hat einen Einfluß auf die Melanophoren, da sie dafür sorgt, dass kein schwarzer Farbstoff im Körper eingelagert wird.

Xanthophoren

In den Xanthophoren befinden sich Xanthophylle als gelbliche Pigmente. Auch diese Carotinoiform kann nicht vom Fischkörper gebildet werden, sondern muss mit der Narhung aufgenommen werden. Die Xantophoren erscheinen eher fleischfarben als gelblich. Die stärkere Gelbfärbung des „gelben“ Betta ist nicht auf die Xantophoren, sondern auf eine die Erythrophoren betreffende Mutation zurückzuführen.

Da ich mich Hauptsächlich mit den
Farben, die die Erythrophoren betreffen beschäftige also Rot, Orange, und Gelb, werde ich hier nur diese Behandeln.

Rote Bettas entstehen wenn das normale rote Pigment dichter in Erscheinung tritt und es vollständig über Körper und Flossen verteilt ist. Dieses Gen lässt den Eindruck eines kräftigen Rots am Betta entstehen. Die extended red Mutation wird gegenüber dem regulären roten Gen dominant vererbt.

Beispiel:
Die Geschlechtszelle mit dem dominanten Allel NR des Männchen kann mit der Geschlechtszelle mit dem dominanten Allel NR des Weibchen zusammen kommen. Der Genotyp des Nachkommen ist dann NRNR, homozygot dominant.


Die Geschlechtszelle mit dem dominante Allel NR des Männchen kann sich aber auch mit der Geschlechtszelle mit dem rezessiven Allel nr des Weibchen vereinigen. Der Genotyp ist dann NRnr, heterozygot. Vom Weibchen könnte aber auch die Geschlechtszelle mit dem rezessiven Allel nr mit der Geschlechtszelle mit dem dominanten Allel NR vom Männchen zusammen kommen. Der Genotyp des Nachkommen ist dann auch NRnr, heterozygot.

Ebenso könnte die Geschlechtszelle mit dem rezessiven Allel nr vom Männchen mit der Geschlechtszelle mit dem rezessiven Allel vom Weibchen zusammen kommen. Der Genotyp ist dann nrnr, homozygot rezessiv.

Beispiel:
Ein Betta mit NR NR = rot
Ein Betta mit NR nr = rot, aber mit Anlage zu gelb
Ein Betta mit nr nr = gelb, da komplett non red (das non red Gen bewirkt ja eben diese Umwandlung der roten Pigmente in gelb).
Der Körper bei Fischen, die nicht extended red sind, ist meist bräunlich/ schwarz.
In Betta Wildformen ist rot eine Farbschicht direkt über der schwarzen. Die einzigen Farben, die Rot überlagern können sind irisierende Blau- und Grüntöne.
Blaufehler sind typisch für gelbe und rote Linien, im Grunde gibt es keinen stabilen roten Stamm der völlig frei von Iridiszenz ist.
Das extended red Gen beschreibt eine überdurchschnittliche Verteilung des Rots, non-red (und vielleicht schwarz) Pigmente am Betta, ähnlich der Verteilung die durch das iridiocyte Gen der irisierenden Farben entsteht. Trotzdem gibt es auch andere Variablen, die die physische Erscheinung eines Bettas beeinflussen (wie z.B. die Existenz des non-red Gens, das bewirkt, dass ein Betta non-red an Stellen zeigt, wo normalerweise rot sein sollte), ein Betta mit dem extended red Gen muss nicht einmal unbedingt rot sein!

Beispiel:
Hat man einen Betta mit roten Flossen und braunem Körper und verpaart ihn mit einem Betta mit braunem Körper und gelben Flossen (allgemein als Chocolate bekannt), ergibt dies, sofern das rote Tier reinerbig rot ist, in der F1 alles rot/ braune Tiere :
NR NR x nr nr = 100 % NR nr
In der F2 kommen folgerichtig dann
NR nr x NR nr = 25 % NR NR, 25% nr nr und 50 % NR nr
heraus, also besteht der Anteil aus Chocolates zu 25%. Verpaart man die Chocolates nun untereinander, bekommt man immer reinerbige Chocolates heraus.
Ein brauner Körper ist gegenüber einem gelben Körper dominant.


Es gibt auch verschiedene andere Faktoren (wie stark irisiert er, wie hoch ist die Menge an schwarzem Pigment und die Intensität der Farbe), die den idealen roten Betta beeinflussen. Nichts desto trotz hat ein idealer roter Betta das extended red Gen.

Ein Züchter, der ideales Rot erreichen möchte, ist hauptsächlich mit 2 Hindernissen konfrontiert: schwarze Ecken und Schuppen wegzuzüchten und die Tendenz, während man das versucht, die rote Farbintensität zu erhalten. Die meisten Züchter bekämpfen das Problem der schwarzen Schuppen, indem sie cambodia in ihre extended red Linie einkreuzen. Obwohl dies dabei hilft, das Schwarz zu eliminieren, verblasst der Fisch jedoch am Körper. Größeren Erfolg verspricht oft eher die Verwendung des blond Gens, welches die blutrote Farbe erhält, aber das Schwarz nicht komplett eliminieren kann.

Theoretisch ist es möglich, das Schwarz aller extended red Linien zu entfernen, entweder indem man die Verteilung der roten Farbschichten vergrößert und damit das Schwarz überdeckt, oder indem man die schwarze Farbschichten komplett entfernt. Die erste Theorie basiert auf der Annahme, dass der traditionelle Cambo nicht durch 1 Gen verursacht wird, sondern durch 2. Das erste Gen wäre ein simples Mendel’sches, das die schwarzen Pigmente von allen Körperstellen außer den Augen entfernt, das zweite hingegen wäre ein nicht-Mendel’sches, das die rote Farbverteilung am Fisch bestimmt. Im traditionellen Cambo, zeigt sich dieses Gen als rote Färbung einzig auf den Flossen.

Das perfekte Rot sollte keine irisierenden Stellen aufweisen. Das kann ein schwer zu lösendes Problem darstellen, da viele Züchter, die die Flossenform ihrer roten Linie verbessern wollen, zugunsten der Flossen einkreuzen und das Rot erst dann wiederum verbessern wollen. Logischerweise, wäre der nächste Schritt die irisierenden Farben wiederum aus der Linie zu entfernen und das kann auf verschiedene Arten erreicht werden.

Die erste und offensichtlichste Methode wäre eine Einkreuzung einer weniger stark irisierenden roten Linie in die eigene. Ein anderer guter Weg wäre die Linie mit einer gelben (non red) Linie zu kreuzen, vorzugsweise einer, die extended red in sich trägt aber kein cambo.
Rot wird scheinbar nicht in Gelb umgewandelt, sondern das Rot wird gar nicht erst gebildet, aufgrund fehlender Enzyme, was durch das nr-Gen verursacht wird. Ergo keine Umwandlung, sondern es bleibt schon bei der gelben Vorstufe stehen.
Die Verteilung des Gelb am Körper ist abhängig vom Extended-Red-Gen und dessen variabler Ausprägung.
Je nachdem, ob Cambo oder Blond mit hineinspielt, hat man einen hellgelben (cc BB nrnr) oder einen Pineapple. Cambo und Blond haben in etwa die selbe Wirkung, nur eben dass Cambo alles schwarz komplett unterbindet, und blond das schwarz nur abschwächt. Je nach Zweck ist das eine oder das andere Sinnvoller.
Je nachdem, ob Er und Cambo reinspielen, hat man einen reinen klassischen Cambo (cc BB nrnr erer ) oder einen hellgelben ( cc BB nrnr ErEr ).

Rote Betta können besonders frustrierend sein, da sie dazu tendieren weiße oder durchsichtige Flossenränder zu zeigen, insbesondere an der Caudale. Glücklicherweise färben diese Stellen mit dem Erwachsenwerden des Fisches zumeist nach. Allerdings bleibt es in manchen Fällen erhalten.
Rote Betta können auch im Zuchtbecken problematisch sein, da sie mit höherer Wahrscheinlichkeit offene Aggressivität zeigen. Es kann nervenzerreißend sein, das zukünftige "Liebespaar" dabei zu beobachten, wie sie zärtlich die Flossen des anderen zerfleddern, aber es scheint bei roten Fischen nun mal einfach so zu sein. Es ist auch so das sie um einige Zeit früher zu zanken beginnen als andere Farben, was wiederum verfrühtes Separieren notwendig macht.

Die rote Farbe kann erst sehr spät erscheinen. Normalerweise beginnt es mit roten Spuren an den Flossen, bis die Flossen komplett eingefärbt sind – der Fisch erinnert eher an einen traditionellen Cambo. Dann erst beginnt sich der Körper zu färben diejenigen die am frühesten damit beginnen, die erreichen die intensivste Farbe im Erwachsenenalter. Andere sehen aus als blieben sie Cambos oder gar gelb, aber bekommen dann plötzlich doch Farbe. Cambo-Rot und Cambo-Gelb können sich sehr intensiv am Körper färben, das dauert aber ewig, weshalb man die Tiere zwecks richtiger Selektion nicht zu früh verpaaren darf! Geduld zahlt sich aus, man will schliesslich die Farbe verbessern und den am Besten gefärbten Fisch verpaaren (wenn der Rest passt). Nach ca. 3-4 Monaten kann man aber schon erkennen, welcher Fisch abzugeben ist - den Rückstand an Färbung zu den besseren Geschwistern holt keiner mehr auf. Bei den besseren Tieren sollte man dann lange genug warten, um wirklich die allerbesten zu selektieren.


Gelbe Bettas

Es wurde vermutet, dass die Verpaarung zweier Non- red Bettas ebenso einfach ist, wie die Verpaarung zweier gelben Tiere.
Tatsächlich laufen einige Verpaarungen von gelben Tieren auf einen hohen Prozentsatz (sogar 100 %) des gelben Fisches hinaus, aber manchmal ist der gelbe Phänotyp bekannt dafür, auf einigen unerwarteten Stellen aufzutreten.
Nach allem, was man bisher weiß, sollte ein Extended- red Fisch, ein dominierendes Gen haben, dadurch eben auch mehr red und Extended- red erzeugen.
Jedoch in Experimenten mit Verpaarungen von Extended- red Fischen, sind teils kambodscha farbene Fische und gelbe Fische gefallen.
Wenn man widerum zwei dieser gelben Fische F1 untereinander Verpaart, sind in der F2 mind. 25% der Fische Gelb.
Der Rest des Wurfes wird kambodscha Rot.
Ein verschieden farbiges Paar von demselben F1-Wurf Bsp.(Rot * Gelb) miteinander Verpaart, bekommt man kambodscha Rot von 50 %, Rot 40 % und Gelb von von ungefähr 10 %.
Nimmt man nun zwei der roten Tiere von diesem F2-Wurf, bekommt man kambodscha rote Fische von 100 % in der F3.

Wenn man einen dieser Jungfische aus der F3 nimmt und sie zurück kreuzt, zu einem Exteded- red Fisch mit der Linie eines anderen Züchters wird das Extended- red in der 6. Generation ein Rot*Rot Linienfisch.

In der Vergangenheit hatte dafür ein Züchter Rot und Schwarz/orange Fische genommen, um die Farbe zu vertiefen. Das Ergebnis dieses Wurfes war kambodscha Rot 40 %, Rot 40 %, Extended- red 10 % und Gelb von 10 %.
Dadurch stellt sich heraus, dass die Körperfarbe des kambodscha- roten Fisch von diesen Linien mehr gelb war, als die typisch für traditionelle kambodscha- rote Fische der Fall war.

Die gelben Fische, der infolge der Verpaarungen der Extendet- red Fische herauskamen, hatten weniger das ideale Gelb.

Einige waren sehr blass, andere zeigten die schwarzen Schuppenränder und sahen dadurch nicht sauber aus.

Diese gelben Fische werden auch heute noch häufig „Pineapples“ genannt, und sind ein Ergebnis eines normalerweise Extended- red Fisches, der Non-red im Phänotyp hat.
Um die schwarze Farbe (Schuppenränder) von den „Pineapples“ zu beseitigen, ist oft rot-kambotscha eingekreutzt worden. diese Kreuzungen neigen jedoch dazu, ein sehr abgeschwächtes, blasses Gelb zu zeigen.


So ist es eine schwierige Farbe, um tatsächlich damit zu arbeiten.
Gemäß Dr. Gene Lucas, Gelb färben sich Bettas nicht nur aus dem Zusammenspiel eines einzelnen Gens. Es gibt kein Gen wie ein gelbes Gen, das einen gelben Phänotyp in Bettas erzeugt. Gelbe Betta sind Phänotypen. Die gelbe Farbe selbst, wurde als „Non-red'“ von Dr.Lucas bezeichnet. Dieses rückläufige „Non-red“ Gen veranlasste Bettas, Gelb zu sein, wo sie normalerweise Rot sein würden. Der Grund, warum Dr.Gene Lucas das Gen Gelb nicht nannte, war:
1. Der „Non-red“ Begriff war vorher schon gebraucht worden, um ähnliche Abnormitäten in anderen Organismen zu beschreiben.
2. Zu vermeiden, Menschen zu haben, die die Annahme machen, dass es ein einzelnes Gen gibt, das den gelben Phänotyp erzeugen würde.

Gemäß den IBC Standards, Gelb wird als ein schwach-gebauter, aber doch fester Farbentyp kategorisiert.
Um ein festes Gelb zu erhalten, müssen mehrere Veränderungen bestehen.
Die Schwarzen und iridocyten Farben müssen minimiert werden (beseitigt wenn möglich), das Gelb muss das Rot ersetzen, und das rot/gelbe muss soweit erweitert werden, um den kompletten Fisch zu bedecken.
Das verlangt vier verschiedene Modifizierungen von drei verschiedenen Pigment-Bestandteilen.
Zwei von diesen scheinen geregelt durch den einzelnen geometrischen Ort rückläufige Gene, das Non-red bereits erwähnt und das rückläufige kambodschanische Gen, das fast das dunkle Pigment beseitigt.
Die anderen zwei (das Extended red, was den kompletten Fisch bedeckt), und die Verminderung der iridocyte Farbe, um Grün (oder Blau zu minimieren, wenn das Grün durch noch ein anderes Gen verändert worden ist) funktioniert nicht bei der Kontrolle eines einzelnen Genes.
Es ist dass bekannt:
1. Gelb x Gelb kann kambodschanisches Rot geben.
2. Kambodschanisches Rot x kambodschanisches Rot kann auch Gelb ergeben. Kambodscha und Gelb ist rezessiv, aber können jeden der Genotypen in sich tragen.

Einige behaupteten, dass Kambodscha und Gelb eine gute Kreutzung sind, um die gelbe Farbe so intensiv wie möglich zu halten.
Wenn man nur Gelb zu Gelb Verpaaren würde, wird es sich auf dauer schließlich verwaschen und ein sehr blasses Gelb werden.


 Male
Parent
 Female
Parent
 Offspring
 Non-Red (Yellow) Multicolour (normal red) 100% Multicolour (non-red genotype)
 Non-Red (Yellow) Multicolour (non-red genotype) 50% Multicolour (non-red genotype), 50% Non-Red(yellow)
 Multicolour (non-red genotype) Multicolour (non-red genotype) 75% Multicolour (67% non-red genotype), 25% Non-Red (yellow)
 Non-Red (Yellow) Extended Red 100% Extended Red (non-red genotype)
 Non-Red (Yellow) Non-Red (Yellow) 100% Non-Red (Yellow)


Fortsetzung folgt...