Die Zucht des Betta Splendens
Die erste ist die natürliche Vermehrung.
Mit Vermehrung bezeichnet man bei Lebewesen die Entstehung neuer Individuen einer Art. Sie stellt sicher, dass die Art erhalten bleibt.
Der Vorgang wird deshalb auch als Fortpflanzung angesehen. Die Fortpflanzung von Lebewesen ist die Reproduktion von genetisch identischen oder weitgehend identischen Individuen. Sie stellt sicher, dass Individuen einer neuen Generation entstehen und gehört zu den Daseinsgrundfunktionen.
Sie ist in der Regel eine Form der Vermehrung innerhalb der Art. Bei der Fortpflanzung wird genetisches Material von zwei verschiedengeschlechtlichen Lebewesen der gleichen Art, an die Nachkommen weitergegeben, vererbt.
Zucht ist die vom Menschen kontrollierte Fortpflanzung von Tieren und Pflanzen mit einem speziellen Ziel, meistens zur genetischen Umformung oder Verstärkung gewollter beziehungsweise Unterdrückung ungewollter Eigenschaften.
Um das gewünsche Zuchtziel zu erreichen, werden aus einer Population Individuien mit gewünschten Eigenschaften ausgewählt und gezielt gekreuzt.
Natürlich sind Zuchtrassen im Prinzip genauso zu züchten wie ihre Wildformen, und es ist selbstverständlich, dass sich nur Jungtiere, die in geräumigen Behältern und wieder und wieder mit Frischwasser versorgt sind und abwechslungsreiches Futter bekommen haben, zu hervorragenden Exemplaren entwickeln. Eine optimale Aufzucht ist aber nicht alles.
Wichtig ist vor allem auch die Auswahl geeigneter Zuchttiere, denn nur aus guten Eltern können exzellente Nachkommen herausgezüchtet werden.Bei planmässiger Zucht kommt es auf eine strenge Beurteilung bei der Zuchtauswahl an, wenn man ein bestmöglichstes Ergebnis erzielen will.
Als Zuchttiere sollten nur Fische verwendet werden, die ohne Fehler in Körper-, Flossen- und Färbung sind. Wie die Zuchttiere beschaffen sein sollten für eine gute Auswahl, findet ihr unter Standard. Die Zuchttiere brauchen jedoch nicht ausgewachsen zu sein, denn viele Labyrinthfische werden Geschlechtsreif, lange bevor sie ihre volle Körpergrösse erreichen.
Die Verwendung nicht vollständig ausgewachsener Tiere erlaub es jedoch oft nicht, sie als Elterntiere/ Zuchttiere zufriedenstellend zu beurteilen. In der Praxis kann dieser Nachteil mit unter in Kauf genommen werden, da die Verwendung halbwüchsiger Tiere manchmal notwenidig ist.
Hat man nun ein solches Paar gefunden, was dem Standard und seinen pers. Vorstellungen entspricht, muss man sich im klaren sein das ein Paar der heutigen Hochztuchtbetta durchaus Würfe von bis zu 200-400 Jungfischen hervorbringen kann.
Das sollte die erste Überlegung sein: Hat man genügend Platz zur Verfügung um die jungen heranwachsenden Fische zu seperieren. Dazu Später näheres .
Sollte dies kein Problem sein, kann man dem Zuchtbecken seine Aufmerksamkeit widmen. Bei dem Zuchtbecken gibt es keine feste vorgeschriebene grösse, doch sollte es ein mind. Maß von 25 Litern nicht unterschreiten.
Dazu eine kleine Regel: je kürzer die Flossen, je grösser das Becken.
Es gibt mittlerweile eine ganze Reihe von möglichen Varianten zur Einrichtung des Zuchtbeckens.
Die erste Möglichkeit wäre: ein komplett eingefahrenes und eingerichtetes Becken.
So ein Becken hat einen Bodengrund wie zur Haltung beschrieben, sollte genügend Verstecke aufweisen und ausreichend Pflanzen zur Verfügung haben. Natürlich sollte die Technik auch in diesem Becken dem der normalen Haltung entsprechen. Die optimaleTemperatur zur Paarung liegt bei 26,6 °C. Nachteilig wirkt sich aber in dem voll eingerichteten Becken die Reinigung aus, da oft die Futterreste der Jungfische nicht ausreichend entfernt werden und so die Wasserquallität beeinträchtigen können.
Die zweite Möglichkeit wäre: eine teils steriles Becken. So ein Becken weist die gleiche Technik auf, nur wird hier auf den Bodengrund ganz verzichtet. Pflanzen wie beispielsweise Hornkraut und Javamoos, mit einigen Verstecken sollten nicht fehlen. Vorteilig wirkt sich hier die Reinigung des Boden aus, da man recht schnell die Ausscheidungen der Fische und das überschüssige Futter vom Boden absaugen kann.
Die letzte Möglickeit: ist ein abgedunkeltes Becken, was nur in seltenen Fällen angewand wird. Es sollte dem des sterilen Beckens entsprechen, die Seitenscheiben und die Oberseite sollte abgedunkelt werden. Das kann gemacht werden bsw.mit Folie oderTüchern. Jedoch sollte eine kleine Öffnung in der oberen Abdeckung vorhanden sein, das sich die Fische auch finden können.
Bei allen Möglichkeiten sollte jedoch der Wasserstand anfangs nicht höher wie 15 cm sein.
Was jedoch zusätzlich alle Becken bei mir aufweisen, ist eine Laichhilfe für das Männchen. Beispielsweise ein Seemantelbaumblatt was an der Oberfläche fixiert wird, oder ein Stück Styropor was auf der Wasseroberfläche schwimmt. Diverse Varianten sh. Bilder.


Sinn und Zweck einer solchen Laichhilfe ist, das das Nest eine bessere Stabilität bekommt bei Bewegung der Wasseroberfläche. Zudem auch Schutz vor äusseren Einflüssen, wie kühlere Luft die die Bläschen zerplatzen lässt oder auch vor verdunstetem Wasser, was sich an der Abdeckung des Beckens zu Tropfen sammelt und so beim Abtropfen das Nest zerstören kann.
Hat man nun das Zuchtbecken nach seinen Vorstellungen hergerichtet. Sollte man nochmal die Wasserwerte überprüfen und sobald diese im normalen Bereich sind kann man beginnen einen Fisch einzusetzen.
Es gibt zwei Möglichkeiten entweder das Weibchen zuerst hineisetzten oder eben das Männchen.
Ich pers. beforzuge das Männchen zuerst in das Becken zu setzten, da es sich so schonmal an seine neue Umgebung gewöhnt und dieses Becken gleich als sein neues Revier ansieht.
(Von Natur aus stecken die Männchen auch ihre Reviere ab und warten auf ein laichbereites Weibchen, das sie aufsucht.)
Nach kurzer Zeit wird dann das Weibchen dazu gesetzt, aber nicht ohne geschützt zu werden, denn durch den Wasserwechsel vom ursprünglichen in das neue Wasser braucht der Fisch einige Zeit um sich daran zu gewöhnen und somit ist das Weibchen für eine kurze Zeit sehr angreifbar. Dafür gibt es auch die versch. möglichkeiten wie bsw. eine Laichbox- oder Netz, ein Glas oder so wie ich es benutze, eine oben und unten aufgeschnittene PET-Flasche, sh. Bild.
Nachteil der Laichbox: mehr Oberflächenbewegung beim herauslassen des Weibchen.
Natürlich sollen das nur Anregungen sein und jeder kann dies selbst mal ausprobieren, was einem besser gefällt.
Ist nun das Weibchen noch abgedrennt im Aquarium beim Männchen, wird das Männchen anfangen sein Nest zu bauen.
Nach ca. 2 Tagen wird es mit dem Bau fertig sein und das ist auch die Zeit wo man das Weibchen aus seinem Gefäß freilassen kann, ob jedoch das Weibchen Laichstreifen zeigt, kann man nicht voraussetzen, da es oftmals von der Körperfarbe des Fisches abhängig ist. Bsp. bei der Farbe Gelb oder Opaque. Der Laichansatz sagt in diesem Fall mehr aus.
Nach kurzer Zeit beginnt das Männchen das Weibchen zu jagen, was sich aber nach einiger Zeit geben sollte. Es ist anzuraten bei jedem Paar was man noch nicht selber Verpaart hat und nicht weis, wie sie sich gegenüber einander Verhalten, dabei zu bleiben um so eventuelle starke Attacken des Männchens vorab zu unterbinden.
Die ganze Phase der Paarung von anfänglichen Attacken bis hin zu den Scheinpaarungen und bis zur richtigen Paarung, kann unter Umständen mehrere Stunden bis zu ein, zwei Tagen dauern. Wenn es in dieser Zeit nicht passiert, sollte man das Paar wieder trennen, da sonst zuviel Stress auf die Tiere einwirkt was sich wiederum negativ auf den Gesundheitszustand auswirkt.
Sollte die Paarung abgeschlossen sein, sollte man das Weibchen aus dem Aquarium entfernen.
Die Brutpflege, wird ausschliesslich vom Männchen übernommen (in seltenen Fällen auch vom Weibchen) und bedeutet einen unermüdlichen Zeitraum wo das Männchen weder frisst noch schläft.
Nach ca. 36-48 Stunden je nach Temperatur, schlüpfen die Jungfische und bleiben aber noch 2-3 Tage unter dem Schaumnest hängen. Die Jungfische verbrauchen in dieser Zeit ihren Dottersack und sollten daher recht früh zugefüttert werden.
Dazu eine Übersicht wie man Füttern kann.
Noch während der Vater pflegt, wird täglich 1- 3 Tropfen Nobifluid oder etwas vergleichbares in das Becken getan.
Sobald die Kleinen waagerecht schwimmen und der Bock herausgefangen ist bekommen sie von mir:
1. Tag: 1 x weiterhin 1-3 Tropfen der Flüssignahrung u.
1 x Essigälchen oder geschlüpfte Artemia.
2. Tag: wie 1. Tag
3.- 5. Tag: 2 x frischgeschlüpfte Artemia und/oder Essigälchen
6.-10. Tag: 2 x frischgeschlüpfte Artemia u. Staubfutter
ab 11. Tag: 2 x frischgeschlüpfte Artemia u. Mikrowürmchen (wenn gerade vorhanden) im
Wechsel sonst nur frischgeschlüpfte Artemia
Nach ca. 3 Wochen, wenn sich das Labyrinth ausbildet, stelle ich sie auf dekapsulierte Artemiaeier um. Das heißt, ich füttere morgens ganz normal mit Artemia und abends als erstes dekapsulierte Artemiaeier und füttere dann anschließend noch ein wenig lebende Artemianauphlien.
Beim Einbringen der lebenden Artemia vermischen sich die lebenden und die getrockneten Artemia und dadurch erwischen die Jungen zeitweise einige davon. Spätestens nach 3 Tagen kann man komplett mit dekapsulierte Eiern weiter füttern.
Mit dekapsulierten Eiern füttere ich sie dann bis sie ca. 8-10 Wochen alt sind und ich sie separiere und teilweise sogar noch darüber hinaus. Dann gibt es auch schon mal größeres aber zur Körpergrösse passendes Lebendfutter. Spätestens mit 2,5 Monaten stelle ich sie dann auf Granulat als Hauptfutter um.
Hier die verschiedenen Jungfischgrößen dem Alter entsprechend.
Acht Wochen alt: 3.3 cm lang.
Neun Wochen alt: 3,94 cm lang.
Zehn Wochen alt: 4,32 cm lang.
Elf Wochen alt: 4,83 cm langNach elf Wochen wird die Änderung des Wachstums von Woche zu Woche immer weniger. Von da ab, bleibt die Körpergestalt des Betta die selbe bei einer langsamen Zunahme der Körpergröße auch die Flossen wachsen bis in sieben Monaten schließlich auf ihr volles Volumen heran.
Zur Einzelhaltung/Seperierung der männlichen Tiere.
Es gibt mehrere Möglichkeiten die heranwachsenden Tiere zu Seperieren.
Ab welchem Alter und welcher Grösse ist dabei recht unterschiedlich, da einige Jungfischgruppen überhaupt keine Agressivität zueinander zeigen und andere wiederum recht stark.
Bei unserer Zucht ist es aber mit das wichtigste die Flossen ohne irgenwelche Verletzungen zu erhalten und das geschieht eben nur durch rechtzeitig seperierte Jungfische, denn einmal eine Verletzung in beispielsweise der Caudale hinterlässt eine immer sichtbare Stelle.
Wir als Kapffischzüchter praktizieren die verschiedensten Möglichkeiten um unsere Jungdische zu trennen.
Ich versuche hier mal ein Paar Tipps zu geben, wodurch sich jeder selbst die für einem am besten zutreffende Methode entscheiden kann.
Eine Mehtode wäre, die Tiere in sogenannten "Georgboxen" unterzubringen.

Vorteile dieser Boxen: jeder Fisch sitzt einzel in einer Box und kann bei evtl. Krankheiten keine anderen Fische anstecken.
Zudem sind die Boxen auch recht gut einzeln zu reinigen. Der Preis mit ca. 1 € pro Box ist auch vertretbar.
Nachteilig wirkt sich die Haltung der Temperatur in diesen Boxen aus, man brauch dazu entweder geeignete Räumlichkeiten wodurch man die Boxen über die Raumluft heizt oder sogenannte Heitzmatten die man unter die Boxen platziert und so die Temperatur hält.
Zudem muss man alle 2-3 Tage das komplette Wasser wechseln um einen Nitritanstieg zu vermeiden.
Eine andere Methode ist das Dripsystem.
Das Dripsystem ist ein Zusammenschluss mehrerer einzelner Boxen/Gläser/Aquarien zu einem geschlossenen System.

Die Grafik verdeutlicht eine mögliche Bauweise so eines Systems.

So kann eine etwas größere Anlage aussehen.

Verschieden markiert habe ich mal die Funktionsweise dieses Systems.
Blau markiert ist der Frischwasserzulauf der in Rohren über den einzelnen Boxen in kleine Schläuche mündet und so das Frischwasser hineinbringt.
Rot markiert ist an jeder Box der Ablauf der hier ein einfaches Loch darstellt wodurch das übrige Wasser, wenn es das Lochniveau erreicht hat einfach über läuft.
Gelb markiert ist der Wasserablauf aller Boxen in einer Reihe.
Das Wasser läuft in einem Rohr zum Filtersystem, wo es von Unreinigkeiten befreit wird s.h. nächstes Bild.

Den Filter stellen hier mehrer Plastikwannen dar, ein Filterkammernsystem aus einem Aquarium tut das gleiche.
Gelb markiert ist der "Altwasserzulauf" zu dem Filter wo das Wasser in mehreren Schritten und unterschiedliche Filtergrößen von Schmutz gereinigt wird und sauber in der grünen Wanne gesammelt wird.
Eine gute Pumpe ist zudem auch notwendig um das saubere Wasser wieder nach oben in die Boxen zu transportieren, die Förderhöhe der Pumpe ist dabei zu beachten!!!
Als Zwischeneinsatz empfielt es sich auch ein UVC- Klärer einzubringen, der die im Wasser schädlichen Bakterien abtötet wodurch eine Krankheitsübertragung von Fisch zu Fisch vermindert wird.
Fortsetzung folgt...
